„Jede Spende ist groß und großartig“: Stiftungsempfang 2020

Der Jahresempfang der Stiftungen im Glashaus des Staatstheaters am 5. Januar war Anlaß, ein Resümee des vergangenen Förderjahres zu ziehen und einen Ausblick auf künftige Projekte zu werfen. In Anwesenheit vieler Spenderinnen und Spender, der Vorsitzenden der Fördervereine von Theater, Ballett und Orchester sowie Mitarbeiter des Hauses mit Intendant Müller und Generalmusikdirektor Bäumer sowie Kulturdezernentin Grosse konnte Dr. Michael Coridaß auf 15 Jahre Arbeit der Stiftung Mainzer Theaterkultur zugunsten des Staatstheaters Mainz zurückblicken.

Die Theaterstiftung war im Oktober 2003 von den Theaterfreunden errichtet worden.            Das Gründungskapital hat sich mittlerweile verdreifacht, bleibt aber weiter in einem bescheidenen Rahmen. Die aufgrund der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank niedrigen aktuellen Erträge erforderten einen Tanz auf dem Drahtseil zwischen Rendite und Risiko bei    der Verwaltung der Stiftungsvermögen. Um so wichtiger seien deshalb die Spendeneingänge. Der Stiftungsvorsitzende dankte daher allen Fördernden, denn                                                          „Jede Spende ist groß und großartig !“

In den 15 Jahren der Förderarbeit konnte die Theaterstiftung zusammen rund 450.000 Euro zur Verfügung stellen. Im Jahr 2019 waren das 31.500 €. Dazu kommen noch die Förderausgaben der Stiftung Philharmonisches Staatorchester – 2007 gegründet – mit insgesamt gut 90.000 €.

Für das begonnene Jahr 2020 plant die Theaterstiftung sich aktiv in die beabsichtigte Umbaumaßnahme des Staatstheaters einzubringen. „Unser besonderes Interesse gilt dabei den Verbesserungen für Besucher, insbesondere der neue Aufzug: Es gilt, die Barrierefreiheit für alle Besuchergruppen zu verbessern und ein Manko zu beseitigen“, so Dr.Coridaß.  Angestrebt sei, Spendenmittel unter Inanspruchnahme von zweckgebundenen Rücklagen für einen “besucherorientierter Umbau“ zur Verfügung zu stellen. „Darüber hinaus rechnen wir mit weiteren Zuwendungen für die Umbaumaßnahme. Wir setzen hier auf die Großzügigkeit aus der rheinhessischen Wirtschaft. Die 2020 anstehenden baulichen und gastronomischen Veränderungen werden das Staatstheater besucherfreundlicher machen. Deshalb werden die Theaterbesucher gebeten, ein wenig Geduld und Verständnis aufzubringen, denn solche Umstellungen brauchen etwas Anlauf-Zeit“.

Künstlerischer Förderschwerpunkt sei weiterhin der Theaternachwuchs, sowohl die jugendlichen Besucher wie auch begabte Nachwuchskünstler. Klar ist, daß „Das Kind der Meerjungfrau“, eine Produktion des JUST unterstützt werde; eine Geschichte mit Musik „um Zusammenhalt, Liebe und Akzeptanz.                                                                                                    Mit dem Mainzer Orchester Stipendium M.O.S wurde für die Spielzeit 2019/2020 der Cellist Wei-Cheng Wang ausgezeichnet.

Herzlicher Dank gelte allen Mitstreitern im Vorstand, Beirat und Kuratorium. Dieses ehrenamtliche bürgerschaftliche Engagement gelte es zu stärken, so auch die FAZ: „Ein Theater ist mehr als ein Luxus, den Bürger und Bürgerinnen sich leisten. Es ist Schöpfungsstätte städtischen Empfindens, Ausdruck von Bewußtsein, Pluralität und Selbstwertgefühl“.

Ein Besucherrekord in der Spielzeit 2018/2019 am Staatstheater in Mainz unterstreicht dies. Dieser Erfolg sei dem ganzen Ensemble über alle Sparten geschuldet. Der Stiftungsvorsitzende schloß: „Machen Sie weiter soviel Kunst, Kritik und Komödie, damit diese „unter die Haut gehen“, um das Jahresmotto der Spielzeit 2019/2020 anklingen zu lassen. Theater in all seinen Sparten hat und verdient ihre ideelle und finanzielle ihre Unterstützung. Wir sind gespannt, was das Jahr 2020 uns an glücklichen Momenten, An- und Aufregungen, an Freude und Genuß bringen wird“.

Das anschließende Benefizkonzert zum Neuen Jahr war wieder ein hervorragender Anlaß, um sich am ersten Sonntag nach Neujahr im Staatstheater Mainz zu treffen. Das ausverkaufte Haus zeigt, daß es inzwischen ein Stammpublikum für die Mainzer Form des Neujahrskonzerts gibt.

Generalmusikdirektor Hermann Bäumer hatte ein höchst aktuelles Programm zusammengestellt. Der Abend trug natürlich dem 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven Rechnung. Angesichts des BREXITS klangen – im wahrsten Sinne des Wortes -britische Entwicklungen musikalisch an. Und schließlich: Was wäre ein Neujahrskonzert ohne Musikstücke der Strauß-Dynastie und dem Radetzky-Marsch als Zugabe. Klaus Wallendorf, ein Glücksgriff für die Moderation, kommentierte mit Witz und Ironie.